Schewa Mizwot

Achte alle Geschöpfe

Iss nicht das Fleisch eines Tieres, solange es noch lebt

Gebot 6 von 7

Es ist verboten, Fleisch zu essen, das einem Tier entnommen wird, solange es noch lebt. Dieses Gebot lehrt grundlegendes Mitgefühl und Achtung vor den Tieren. Zwar dürfen Menschen Fleisch essen, doch dürfen sie lebenden Geschöpfen niemals unnötige Grausamkeit zufügen.

G-tt hat die lebenden Geschöpfe in der Welt erschaffen, und wir müssen ihr Dasein achten. Anders als die Pflanzenwelt, die sich fortwährend erneuert, ist Schaden an Tieren unumkehrbar. Zwar verneint die Tora das Essen von Fleisch nicht, doch setzt sie der Möglichkeit des Menschen, Tiere für seine Bedürfnisse zu nutzen, strenge Grenzen. Dieses Gebot, das uns verpflichtet, nicht einmal dem Leiden eines Tieres gleichgültig zu begegnen, stärkt auch unsere Pflicht, den Kummer eines anderen Menschen wahrzunehmen, ihn nicht zu verletzen und ihm aus seiner Not zu helfen.

In der Praxis

Das Verbot, ein Glied zu essen oder einem Tier ein Glied auszureißen, solange es noch lebt.

Ein tieferer Blick

G-tt gibt dem Menschen „die Herrschaft über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde“.

Wir sind die Hüter von G-ttes Schöpfung. Letztlich reicht unsere Verantwortung über unsere Familie und sogar über die Gesellschaft hinaus und schließt die Welt der Natur mit ein.

Fleisch so frisch zu essen, dass das Tier noch lebt, mag gesund sein, doch es ist grausam, ja barbarisch, und zeigt eine dekadente Gleichgültigkeit gegenüber dem Schmerz anderer.

Dieses Gebot ist gewissermaßen der Prüfstein, der misst, wie gut die anderen sechs Gebote eingehalten werden.

Wenn der Mensch sein Potenzial erfüllt, wird die gesamte Schöpfung genährt und erhoben, um ihr Ziel zu verwirklichen. Das verwandelt die Welt in ein schönes Juwel: einen Ort, an dem G-tt wohnen kann.

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